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Zeit für Kreativität - Wie ich als frisch gebackene Mama zum Malen zurückkam

Von außen betrachtet wirkt es fast absurd. Jahrelang habe ich mir nicht die Zeit fürs Malen genommen. Ich habe mir immer gesagt, dass ich Wichtigeres zu tun habe. Und dann – ausgerechnet in der Phase meines Lebens, in der ich wirklich kaum noch Zeit für mich hatte – habe ich wieder mit dem Malen angefangen.

In diesem Blogartikel erzähle ich, wie es dazu kam und was mich rückblickend dazu gebracht hat, die Malerei gerade in der Rushhour des Lebens wieder aufzugreifen.



Nicht gelebte Kreativität

Als Kind und Jugendliche habe ich viel gemalt. Einfach, weil es mir Spaß gemacht hat und weil ich es ganz gut konnte. Nach der Schule kam die Ausbildung, dann das Studium, neue Freunde, neue Wohnorte, der erste Job. Das Leben wurde voller und fürs Malen nahm ich mir keine Zeit mehr. Ich war der Meinung, dass ich meine Zeit sinnvoller einsetzen kann: Lernen, Arbeiten oder doch zumindest für Sport. Ehrlichgesagt vermisste ich das Malen auch nicht so sehr. Kreativität ist wie ein Muskel: Wenn sie nicht benutzt wird, verkümmert sie und irgendwann vergessen wir fast, dass sie mal dagewesen ist.


Elternzeit, Schlafmangel und der Wunsch nach einem Ausgleich

Erst als ich nach der Geburt meines ersten Kindes in Elternzeit war und nicht nur tagsüber, sondern auch nachts mit dem Baby beschäftigt war habe ich wieder angefangen zu malen. In einer Zeit in der es an manchen Tagen sogar schwierig war, mir Zeit zum Duschen zu nehmen (die meisten Eltern wissen, wovon ich spreche …).

Pragmatisch betrachtet war der wichtigste Grund dafür ganz einfach: Ich brauchte einen Ausgleich. Stillen, Wickeln, Kochen, Aufräumen, Schlaflieder singen, Kinderwagen schieben. So sah mein Alltag aus. Ich brauchte etwas für mich.

Alles, was ich vorher für mich gemacht hatte, war plötzlich nicht mehr so leicht möglich. Freunde treffen? Meist nur mit Baby, also nur bedingt eine Auszeit. Sport? Nach einer Geburt dauert das eben seine Zeit. Vor der Geburt bin ich viel geritten – aber mit Baby? Natürlich finden manche Mütter Wege, all diese Dinge zu organisieren. Für mich persönlich war das jedoch immer mit Kompromissen und viel Organisation verbunden.


Warum Malen perfekt in mein Mama-Leben passt

Irgendwann fiel mir wieder ein, dass ich früher einmal viel und gerne gemalt habe. Malen und Zeichnen kann ich zu Hause. Wenn das Kind gerade auch ohne mich zufrieden ist oder wenn der Papa abends eine Stunde Zeit hat – bevor das Baby wieder gestillt werden will.

Vor allem aber kann ich den Stift in die Hand nehmen und ihn, wenn nötig, nach 20 Minuten wieder weglegen, um mich meinem Kind zu widmen. Wäre ich in den Reitstall gefahren oder joggen gegangen, hätte mein Sohn deutlich länger ohne mich auskommen müssen.

Ich fing also einfach wieder an zu malen und zu zeichnen. Und ja, natürlich war es manchmal nervig, nach zehn Minuten schon wieder aufhören zu müssen. Aber gleichzeitig hatte ich immerhin diese zehn Minuten. Zehn Minuten, in denen ich etwas getan habe, das nur zu meiner eigenen Freude war.


Kleine kreative Pausen mit großer Wirkung

Mit der Zeit wurden die Zeiträume, die ich mir zum Malen nehmen konnte, länger. Immer öfter konnte ich wirklich abschalten und in meine Kunstprojekte abtauchen. Nach diesen kreativen Auszeiten war ich erholter, als wenn ich mich auf dem Sofa ausgeruht hätte.

Ich war wie aufgetankt und konnte mich mit neuer Energie meinem Alltag widmen. Ein schöner Nebeneffekt: Ich wurde immer besser im Malen und Zeichnen. Ich konnte meine künstlerische Entwicklung beobachten – während ich auf eine berufliche Entwicklung zunächst verzichten musste.

Für mich war das genau das, was ich brauchte. Kein Wunder also, dass ich immer mehr Zeit in die Malerei investierte. Es fühlt sich jedes Mal an wie ein kleiner Urlaub.


Kreativität trotz Zeitmangel

Natürlich ist das eine ganz persönliche Erfahrung und Meinung. Ich glaube aber, dass jeder Mensch diese kleinen Urlaube braucht – ganz besonders dann, wenn eigentlich keine Zeit dafür ist.

Wenn du ständig denkst: Ich würde so gerne … aber ich habe einfach keine Zeit, dann such dir etwas, das du in deinen Alltag integrieren kannst. Es gibt vieles, von dem man glaubt, man bräuchte erst viel Zeit, um damit anzufangen – aber stimmt das wirklich?

Musst du dir zwingend eine ganze Stunde für Yoga nehmen oder tun dir vielleicht auch zehn Minuten gut? Ja, mit zehn Minuten am Tag entsteht kein großes Kunstwerk. Aber vielleicht müssen wir auch nicht immer etwas erschaffen oder einen messbaren Trainingseffekt erreichen. Vielleicht dürfen wir einfach ein paar Minuten genießen, das zu tun, was wir lieben. Auch dann, wenn es jemand anders als Zeitverschwendung bezeichnen würde.


Inzwischen gebe ich übrigens Ein-Tages-Workshops in denen du lernst in maximal 6 Stunden ein Kunstwerk zu malen. Das ist eine super Möglichkeit, um zum einen mal einen Tag frei zu nehmen und zum anderen Zu lernen, wie du auch in kleineren Zeiteinheiten kreativ werden kannst. Wer hat im Alltag schon 6 Stunden am Stück Zeit zum Malen? Aber jede Woche eine Stunde und nach 6 Wochen ist dein Bild fertig? Das kriegst du sicher hin. Mehr dazu im Kurs! Hier findest du immer aktuelle Termine.




 
 
 

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