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Kreativer Overload – Wenn zu viele Ideen die Umsetzung Blockieren

Wenn der Kopf überläuft

Manchmal, insbesondere im Frühling, läuft mein Gehirn fast über vor lauter Ideen für neue kreative Projekte. Manchmal fällt es mir richtig schwer, an dem weiterzuarbeiten, womit ich gerade beschäftigt bin, weil ich eine der neuen Ideen am liebsten sofort umsetzen will. Ich habe also eine Art kreativen Overload - oder ist es eine spezielle Form der kreativen Blockade?


Wenn ich es dann tatsächlich schaffe, mich zusammenzureißen und erst z.B. das aktuelle Gemälde fertigzustellen, bevor ich mich an eine neue Bildidee mache oder auch den lufttrocknenden Ton ausprobiere, den ich bestellt habe, stehe ich oft vor der nächsten Herausforderung: der schwierigen Entscheidung, welches Projekt ich nun zuerst angehe.


„Ich will doch schon ewig mal wieder Porträts malen …“

„Aber ich habe da auch so eine coole Idee für ein großes Bild von einem Papagei. Das wird aber eine Weile dauern. Dann müssten die Porträts lange warten.“

„Und dann liegt da ja noch das Linoldruck-Set, das ich so gerne ausprobieren will.“


Ungefähr so sieht das Chaos in meinem Kopf dann aus. Mal ganz abgesehen von den Zwischenrufen: „Vergiss nicht, dass du auch mal wieder Sport machen wolltest!“



Kreative Ideen vs. Kunst-Business

Was macht man da? Wie setzt man Prioritäten bei kreativen Ideen?


Seit ich meine Kunst auch verkaufe, erwische ich mich regelmäßig bei dem Gedanken, zuerst das zu machen, was sich wahrscheinlich am besten verkaufen wird – und bloß nicht zu viel Verschiedenes auszuprobieren, weil sonst der Wiedererkennungswert fehlt und man bekanntlich nur durch stetige Wiederholung besser wird.

Aber ist das wirklich so?


In gewissem Maß stimmt das ganz sicher. Meine Porträts werden besser, wenn ich immer wieder Porträts male. Aber ich bin mir genauso sicher, dass ich motivierter und kreativer bleibe, wenn ich mir erlaube, auch Dinge auszuprobieren, die nicht offensichtlich zu einer Weiterentwicklung als Künstlerin führen.


kreativer overload - Wie ich Prioritäten setze

Wie entscheide ich nun, welche Idee ich in die Tat umsetze, wenn ich mir grundsätzlich jede Art von kreativer Entfaltung erlaube?


Ein Ansatz ist, danach zu entscheiden, was ich mit auf den nächsten Kunsthandwerksmarkt nehmen kann oder welche Art von Bildern gut in die nächste geplante Ausstellung passt. Das ist gar nicht so dumm.


Ich darf nur nicht den Fehler machen, meinen „Liebeleien“ keinen Raum einzugestehen. Auch kreative Projekte, die mit meinem kleinen Kunst-Business nichts zu tun haben, haben ihre Berechtigung. Und wenn dabei etwas entsteht, das doch ganz gut ins Gesamtkonzept passt – umso besser.


Der Faktor Zeit

Dann ist da noch der Faktor Zeit. Er entscheidet darüber, ob ich ein Projekt sofort angehe oder erst einmal auf Eis lege.

Muss etwas zu einem bestimmten Termin fertig sein? Dann hat das natürlich Priorität.

Habe ich zwei Ideen, die ich beide unbedingt umsetzen will? Dann starte ich vielleicht mit der, die ich in kürzerer Zeit abschließen kann. Das gibt ein gutes Gefühl – und schafft Raum für das nächste Projekt.


Manchmal arbeite ich auch parallel an verschiedenen Bildern oder anderen kreativen Projekten. Das muss allerdings gut durchdacht sein, damit am Ende nicht ein Haufen unfertiger Werke stehen bleibt. Sinnvoll ist das parallele Arbeiten für mich vor allem dann, wenn ich Trocknungszeiten oder ähnliche Pausen berücksichtigen muss.


Kreativ-Chaos mit Abstand betrachten

Ich merke gerade, wie mir das Schreiben dieses Artikels geholfen hat, mein aktuelles Frühlings-Kreativ-Chaos von außen zu betrachten. Mein Kreativer Overload ist nicht verschwunden, aber er ist ein bisschen weiniger überwältigend. Und ich glaube, ich weiß jetzt, was ich als Nächstes angehen werde.


Willst du sehen, was aus meinem kreativen Chaos bisher so entstanden ist? Dann schau mal in meiner Galerie vorbei!



 
 
 

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