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Warum Kunst so viel kostet: Preise für Kunstwerke einfach erklärt

Du hast ein Bild entdeckt, das dir richtig gut gefällt. Farben, Stil, Ausstrahlung – alles passt.

Und dann fragst du nach dem Preis. „300 €?“ Pause. Du musst erstmal schlucken. Dein erster Gedanke: „Ist das nicht ein bisschen viel für so ein kleines Bild?“

Wenn dir das bekannt vorkommt: Du bist nicht allein. Selbst mir als Künstlerin geht es oft so. Und um genau dieses Theam geht es in diesem Artikel: warum Kunstpreise oft überraschen und wie sie eigentlich zustande kommen.


Kunst ist ein Luxusgut

Fangen wir mit der unbequemen Wahrheit an:

Kunst ist kein Alltagsprodukt. Kunst ist ein Luxusgut.

Das bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich überteuert ist – sondern dass ihr Wert nicht nur funktional ist. Sie stillt also keine "echten" Bedürfnisse. Du kaufst kein Bild, weil du es „brauchst“. Du kaufst es, weil es dich berührt, inspiriert oder deinen Raum verändert. Es gibt auch keine günstigere Alternative zu einem bestimmten Kunstwerk. Natürlich kannst du ein anderes Kunstwerk oder ganz preiswert ein Poster an die Wand hängen. Aber das eine Kunstwerk gibt es eben nur ein einziges Mal und entweder du empfindest den Preis als angemessen oder eben nicht.

Und genau das macht die Preisgestaltung so besonders. Und besonders schwierig.


Die Formel hinter vielen Kunstpreisen

Aber wie kommt der Pres für Kunst denn nun zustande? Es gibt tatsächlich eine Art Faustregel, die viele Künstler nutzen: den Künstlerfaktor.

Die Rechnung ist simpel:

(Höhe + Breite in cm) × Faktor = Preis

Beispiel: 30 × 30 cm Bild eines wenig bekannten Künstlers (Faktor 5)

  • (30 + 30) × 5 = 300 €

Klingt erstmal überraschend rational, oder?

Typischerweise liegt der Faktor bei weniger bekannten Künstlern irgendwo zwischen 3 und 10.


Warum die Rechnung nicht alles erklärt

Jetzt kommt der wichtige Teil: Diese Formel ist nur ein grober Richtwert.

Denn sie beantwortet nicht die entscheidenden Fragen:

  • Warum kostet ein kleines Bild manchmal mehr als ein großes?

  • Warum unterscheiden sich Preise bei ähnlicher Größe so stark?

  • Und wer entscheidet eigentlich, was ein Künstler „wert“ ist? Mit welchem Faktor er also seine Presie berechnen darf?

Um alle Fragen in einem Satz zu beantworten: Jede Kunstschaffende Person kann den Preis der eigenen Werke nach eigenem Ermessen festlegen. Es gibt keine Verpflichtung sich nach der beschreibenen Formel zu richten und das Prinzip, sich nach den Preisen vergleichbarer Ware zu orientieren funktioniert im Kunstmarkt auch nicht.


Wir kannst du nun aber entscheiden oder beurteilen, ob der Preis für ein Kunstwerk fair ist?


Was Die Käufer oft nicht sehen

Wenn du ein Kunstwerk betrachtest, siehst du das Ergebnis. Nicht den Weg dorthin.

Aber in eine Kunstwerksteckt mehr als eine handvoll Farbe auf Leinwand.

Was oft übersehen wird:

  • Stundenlange Arbeit (manchmal 10+ Stunden auch für kleine Werke)

  • Übung und jahrelange Entwicklung

  • Fehlversuche (die du nie sehen wirst)

  • Vorbereitung für Ausstellung oder Online-Präsentation

  • Materialkosten

Selbst scheinbar „einfache“ Werke – wie minimalistische oder einfarbige Bilder – basieren oft auf einem durchdachten Konzept.

Anders gesagt:

Du kaufst nicht nur ein Bild. Du kaufst die gesamte Erfahrung dahinter.


All das müsste ein Künstler bei der Preisgestaltung berücksichtigen, wenn er wirtschaflich arbeiten möchte. Und glaub mir: genau das fällt den meisten Kunstschaffenden sehr schwer. Da kommt schnell die Frage auf: "Kann ich für das Bild wirklich 300 € verlangen? Ich habe doch nur 9 Stunden daran gemalt." Die 5 Stunden für die Konzeption, die Vorskizze, die Farbprobe, die Materialbeschaffung und für die Vermarktung vergessen Kunstschaffenden gerne mal.


300 € für 14 Stunden findest du immernoch viel? Fände ich auch, wenn da nicht noch die Kosten für Material und Vermarktung wären und ... die Steuern. Und plötzlich ist es ganz schön wenig.



Warum der Preis auch etwas über dich aussagt

Der Preis eines Kunstwerks sagt nicht nur etwas über den Künstler aus – sondern auch darüber, wie du Kunst siehst.

Wenn dir ein Kunstwerk gefällt, du aber am Preis zweifelst dann stell dir mal folgenden Fragen:

  • Gefällt mir das Werk wirklich?

  • Was löst es bei mir aus?

  • Ist es mir diesen Betrag wert?

Denn am Ende gilt: Kunst hat keinen „richtigen“ Preis. Sie hat den Preis, den jemand (nicht die Allgemeinheit) bereit ist zu zahlen.


Ich persönlich werde mir wahrscheinlich nie ein Kunstwerk für mehrere Tausend Euro kaufen. Das ist es mir einfach nicht wert. Da bewege ich mich lieber im moderaten Bereich, den ich selbst auch für meine Bilder (gemessen am Aufwand) als fairen Preis empfinde.


Schau mal in meiner Online-Gallerie vorbei und entschiede selbst, ob die Preise dir fair erscheinen.











 
 
 

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