Kunst als Geschenk – Geht das?
- katjagorniaczyk

- 17. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Kann man Kunst verschenken? Oder ist das eher keine gute Idee, weil Kunst nun mal Geschmackssache ist und es doch schade wäre, wenn das geschenkte Kunstwerk am Ende nicht an der Wand, sondern in irgendeiner Schublade landet?
In diesem Blogartikel erzähle ich dir meine Gedanken zum Kunst verschenken, zu Kunstgeschenken im Allgemeinen und worauf man beim Verschenken von Kunst achten sollte.
Kunst ist Geschmackssache – alles andere aber auch
Im ersten Moment kommt auch mir bei der Idee, ein Kunstwerk oder einen Kunstdruck zu verschenken, der Gedanke: Woher soll ich denn wissen, ob dieses Werk dem Beschenkten gefällt, ob er oder sie Platz dafür hat und es auch wirklich aufhängen möchte?
Dann fällt mir ein, dass ich mir fast die gleichen Gedanken mache, wenn ich jemandem einen anderen Dekorationsgegenstand schenke – oder ein Buch, oder eine Karte für ein Konzert. Wenn ich nicht zu 100 % weiß, was dem zu beschenkenden Menschen gefällt, ist Schenken immer ein gewisses Wagnis.
Wird der Gutschein je eingelöst?
Wird sie die Kette tragen?
Wird er den Wein mögen?
Wenn man keinen ganz konkreten Wunsch erfüllt, kann es immer sein, dass man den Geschmack des Beschenkten nicht trifft. Ist das schlimm? Naja. Es ist natürlich schade, und man kann es als Verschwendung betrachten. Die Frage ist eher, mit welcher Erwartungshaltung man schenkt.
Bin ich enttäuscht oder gar sauer, wenn mein Geschenk nicht gemocht wird? Erwarte ich Wertschätzung dadurch, dass ein Kleidungsstück getragen oder ein Kunstwerk aufgehängt wird?
Vielleicht muss man sich von dieser Erwartung zunächst lösen. Natürlich ist es enttäuschend, wenn man denkt, man habe das Geschenk gefunden – und es dann doch nicht gefällt. Aber manchmal hilft schon ein ehrlich gemeinter Satz wie: „Wenn es dir nicht gefällt, kann ich es umtauschen.“ Oder: „Sag mir gern, wenn ich deinen Geschmack nicht getroffen habe – dann wird das nächste Geschenk vielleicht besser.“
Und wenn das geschenkte Kunstwerk in der Schublade landet?
Was wenn der Beschenkte nichts sagt und das Kunstwerk tatsächlich in der Schublade landet? Naja, dann ist das eben so.
Wie viele Gutscheine werden nie eingelöst? Wie viele verschenkte Krawatten nie getragen? Wie viele Duftkerzen nie angezündet, weil der Geruch nicht gefällt?
Wenn dich dieser Gedanke sehr belastet, dann mach lieber keine Überraschungsgeschenke – oder mach sehr deutlich, dass das Geschenk austauschbar ist, falls es nicht gefällt.
Ist Kunst als Geschenk überhaupt eine gute Idee?
Gehen wir einmal davon aus, dass du ein Geschenk machen möchtest, das sehr wahrscheinlich gefällt. Ist Kunst verschenken dann überhaupt eine Option?
Ich denke: ja. Zumindest dann, wenn du den zu Beschenkenden einigermaßen gut kennst.
Gute Anhaltspunkte für die Wahl des Bildes sind:
der Einrichtungsstil und die vorhandene Dekoration
manchmal der Kleidungsstil
der Charakter und Humor
die Vorlieben und Interessen
Mag er oder sie es eher schlicht oder lieber ein bisschen verspielt? Kräftige Farben oder dezente Töne? Welchen Humor hat die Person? Was macht sie gern?
Welche Kunst passt zu welchem Menschen?
Hier ein paar Hinweise, welche Art von Kunst zum Beschenkten passen könnte:
Arbeitet gern im Garten, liebt Spaziergänge, freut sich über Blumen→ Ein Blumenmotiv könnte gut passen
Tierbesitzer→ Vielleicht ein Tierporträt des eigenen Haustiers
Tierliebhaber allgemein→ Ein Bild des Lieblingstiers
Reiseliebhaber→ Ein Landschaftsbild eines Reiseziels, von dem die Person immer schwärmt. Oder ein Motiv, das man mit diesem Ort verbindet: Orangen für Valencia, Zitronen oder Oliven für Italien, ein Murmeltier für den Alpenwanderer, ein Koala für Australienfans.
Die persönliche Verbindung macht Kunstgeschenke besonders
Ein weiterer guter Anhaltspunkt ist das, was du selbst mit dem Menschen verbindest, den du beschenken möchtest. Ein gemeinsames Erlebnis, eine Erinnerung oder eure Beziehung.
Manchmal muss man beim Betrachten eines Bildes einfach an einen bestimmten Menschen denken – dann ist dieses Bild vielleicht genau das richtige Geschenk. Erzähle dem Beschenkten unbedingt von deinen Gedanken zu dem Werk und davon, warum du es für ihn oder sie ausgewählt hast.
Gerade bei Kunst ist es oft genau das, was am Ende den persönlich empfundenen Wert eines Werkes ausmacht.
Fazit: Kann man Kunst verschenken?
Ich denke, die Antwort ist: ja – wenn man glaubt oder weiß, dass der oder die Beschenkte grundsätzlich für Kunst empfänglich ist. Selbst dann, wenn diese Person bisher keine Kunst zu Hause hat. Vielleicht hat sie das Geld dafür einfach nie in die Hand nehmen wollen.
Gerade dann ist Kunst ein tolles Geschenk. Was ist ein besseres Geschenk als etwas, das man eigentlich haben möchte, für das man aber immer zu „vernünftig“ war, um es sich selbst zu kaufen?
Immer noch unsicher? Taste dich langsam heran:
Verschenke zunächst einen Kunstdruck statt eines Originalgemäldes
Oder ein kleines Original
Für ein kleines Format findet sich fast immer ein Platz. Und wenn nicht beim Beschenkten – dann vielleicht bei dir selbst Man kann sich ja auch ruhig mal selbst etwas schenken.
Falls du jemals eines meiner Werke verschenken möchtest, dann schreib mir gerne vorab eine E-Mail. Vielleich finden wir gemeinsam das richtige Bild. Und wenn es doch nicht ankommt wie gewünscht: der Umtausch ist möglich!










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